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Der Oder-Havel-Kanal ist eine Teilstrecke der Bundeswasserstraße Havel-Oder-Wasserstraße und verbindet die Havel südlich Oranienburg mit der Oderhaltung der HOW bei Niederfinow mit einer Länge von 54 Kilometer.

Der OHK verläuft durch den Lehnitzsee, folgt im Wesentlichen dem Zuge des früheren Malzer Kanals und ersetzt den Finowkanal mit seinen vielen Schleusen. Von Lehnitz bis Niederfinow bildet er die Scheitelhaltung der HOW. Für die Wasserversorgung der Scheitelhaltung werden die natürlichen Ressourcen der Einzugsgebiete der Havel und der Werbelliner Gewässer genutzt. Der Zufluss von der oberen Havel wird über die Müritz-Havel-Wasserstraße aus dem Eldegebiet (Mecklenburgische Oberseen) verstärkt.

In Betrieb genommen wurde die Teilstrecke mit der Eröffnung des Großschiffahrtweges Berlin–Stettin von Plötzensee/Spandau bis Hohensaaten an der Oder am 17. Juni 1914 durch Kaiser Wilhelm II., der dieser Wasserstraßenverbindung den Namen Hohenzollernkanal gab. Zeitweise wurde der Kanal auch Großschiffahrtskanal oder Großschiffahrtsweg genannt.

Der Kanal weist folgende technischen Besonderheiten auf: Von der gut 47 Kilometer langen Scheitelhaltung bestehen über 25 Kilometer als Dichtungsstrecke, wo der Kanalwasserspiegel höher als das umgebende Gelände liegt. Zur Begrenzung von Schäden im Umland bei einem Dammbruch sind am Pechteich und bei Eberswalde Sicherheitstore (Wassertore) eingebaut. Ein drittes Sicherheitstor bei Lichterfelde wurde beim Neubau der Lichterfelder Straßenbrücke ersatzlos entfernt. Bei Eberswalde führte eine 1910 erbaute wasserführende Kanalbrücke über die Eisenbahnlinie Berlin–Stettin. Im Rahmen der Kanalerweiterung wurde die Kanalbrücke 2007 abgerissen und durch ein Tunnelbauwerk etwa 250 Meter weiter nördlich ersetzt. Der bis zu 28 Meter hohe Ragöser Damm (lange Zeit der weltweit höchste Kanaldamm, auch heute noch einer der höchsten) überquert das Ragöser Fließ mit Hilfe eines Durchlasses. Eine Meisterleistung ist das 1927–1934 errichtete Schiffshebewerk Niederfinow mit einer Fallhöhe von 36 Metern (zur Bauzeit der weltweit größte Höhenunterschied an einer Fallstufe für die Schifffahrt). Es ersetzte 1934 die noch bis 1972 betriebsbereit vorgehaltene Schleusentreppe Niederfinow. Zurzeit wird ein neues Schiffshebewerk nördlich des bestehenden errichtet.

Ende 2010 wurde die Eisenbahnbrücke der Heidekrautbahn über den Oder-Havel-Kanal im stillgelegten Streckenabschnitt bei Kreuzbruch um 50 Zentimeter angehoben, um die Durchfahrtshöhe für die Schifffahrt zu verbessern. Dadurch können Frachtschiffe bei ihrer Fahrt westwärts zwei Lagen Container verlasten. Dies bedeutet bei dem größten zugelassenen Schiffstyp eine Zuladung von 96 zusätzlichen Containern.