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Der Liepnitzsee

 

Der zum Wandlitzer Seengebiet gehörende Liepnitzsee liegt acht Kilometer nördlich der Berliner Stadtgrenze auf dem Gebiet der Stadt Bernau bei Berlin. Er ist einer der saubersten Seen in Brandenburg. Seine größte Ausdehnung erreicht der See in Ost-West-Richtung.

Der See ist eine Hinterlassenschaft der Weichseleiszeit und liegt in einer Rinne, die von bis zu 30 Meter hohen Endmoränen umgeben ist.

Noch im 18. Jahrhundert war er im nordöstlichen Bereich größer und breiter und in dieser Ausbuchtung befand sich ebenfalls eine Insel. Im 19. Jahrhundert setzte hier eine Verlandung ein, wodurch die kleinere Insel verschwand und heute eine Landverbindung mit den Uferbereichen darstellt. Der abgeteilte Seebereich bildet das heutige Seechen westlich des Ortsteils Ützdorf.

Liepnitz soll von dem slawischen Wort Lipna (deutsch: Linde) durch frühere Siedler abgeleitet worden sein. Daraus kann geschlussfolgert werden, dass zumindest in den Uferregionen am Nord- und Ostrand überwiegend Linden standen.

Natur des Sees und seiner Umgebung

Das klare Wasser mit Sichtweiten bis zu 5 Metern ist Heimstatt für verschiedene Fischarten wie Aale, Hechte, Rotfedern, Maränen, auch für Krebse und Wasservögel wie Haubentaucher, Enten, Schwäne, Blässhühner und Fischreiher. Zur Erhaltung der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt sind auf dem See bis auf eine dieselgetriebene Fähre keine Motorboote erlaubt.

Die Hauptquelle des Sees befindet sich im Nordwesten, aber auch aus moorigen Wiesen im Süden und Osten erhält der See etwas Zulauf. Das Wasser gelangt über einen kleinen Abfluss in Ützdorf durch den Obersee und den Hellsee bei Lanke über das Hellmühler Fließ bei Biesenthal in das Finowfließ. Dieses stellt eine Verbindung über die Alte Finow in den Finowkanal bei Finowfurt her.

Zwischen dem Liepnitz- und dem Wandlitzer See verläuft die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide. Anders als beim Wandlitzer See fließt das Wasser des Liepnitzsees somit nicht über Havel und Elbe in die Nordsee, sondern über die Oder in die Ostsee.

Die vor der menschlichen Besiedlung vorhandenen natürlichen Mischwälder mit Buchen, Traubeneichen und Kiefern sowie Erlen am Ufer fielen teilweise der mittelalterlichen Rodung zum Opfer, teilweise wurden sie auch durch Raubbau dezimiert. Die Aufforstung erfolgte danach meist mit Kiefern, so dass eine Versandung eintrat und statt der Erlenbrüche konnten sich Wiesen ausbreiten. Einige Lärchen, Birken und Eichen wurden im Mittelalter ebenfalls angepflanzt. Die älteste erhaltene Eiche wurde im 20. Jahrhundert unter Naturschutz gestellt. Diese war allerdings im Jahr 2010 soweit ausgehöhlt, dass Forstleute sie im Frühjahr 2011 fällen mussten, da sie eine Gefahr darstellte.

Auf den Hügeln der eiszeitlichen Endmoränen um den See wurde in den 1960er Jahren ein asphaltierter Forstweg angelegt, der auch gern von Radfahrern benutzt wird. Hier lässt sich der See auf rund 8 km Länge einmal vollständig umrunden, wobei Ützdorf durchfahren werden muss. Direkt am Ufer führt ein ausgeschilderter Wanderweg um den See, der jedoch an einem um 1995 renaturierten Uferbereich auf der Nordseite unterbrochen ist. Ein Mischwald aus Kiefern, Buchen, Eichen, Erlen sowie einigen Fichten umgibt den See heute.

Auf einem um 1980 angelegten Naturlehrpfad lässt sich noch so manches über Flora und Fauna entdecken. Der Pfad wurde jedoch nicht mehr gepflegt und ist damit kaum noch zu entdecken (Zustand 2010).

Die Insel

Die 34 ha große Insel Großer Werder, die über eine saisonale Fähre (Anlegestellen östlich und westlich von Ützdorf) erreicht werden kann, untersteht der Verwaltung von Wandlitz, die Eigentumsrechte liegen jedoch seit dem 19. Oktober 1914 bei der Stadt Berlin, welche sie seinerzeit zu einem Kaufpreis von rund 20.000 Goldmark vom Grafen von Redern erwarb.

Auf der Insel etablierte sich in den 1920er Jahren ein Zeltplatz, der stetig erweitert wurde und im Jahr 1990 über 250 Stellplätze verfügte, die überwiegend von Dauercampern genutzt wurden. Zur Versorgung der Zeltler mit dem Notwendigsten genehmigte der Eigentümer neben dem bereits seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Bauerngehöft der Familie Nikolaus den Bau eines kleinen festen Anwesens an der Nordspitze der Insel.Ein Bungalow wurde die Insulaner-Klause, ein anderes Gebäude dient als Lager und Bootshaus für ein Fährschiff und in einem weiteren Häuschen wohnt in den Sommermonaten die Fährmannsfamilie.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 gab es um die Weiternutzung des Campingplatzes erhebliche Probleme, da in vielerlei Hinsicht nicht die nun geltenden bundesdeutschen Verordnungen eingehalten wurden: es fehlten unter anderem gemeinschaftliche Sanitäreinrichtungen, Waschküche, Nachtbeleuchtung auf den Wegen, Zufahrt für Rettungsfahrzeuge usw. Die betroffenen Camper bildeten die Interessengemeinschaft Campingfreunde Liepnitzsee e. V.Sie konnten ab dem Jahr 2000, aufgrund zugesagter Verbesserungen, eine auf zehn Jahre festgesetzte Weiternutzung als naturnahen Campingplatz für maximal 99 Stellplätze erreichen. Wie es scheint, ist die Nutzung bereits verlängert worden, denn die ICL betreibt den saisonalen Zeltplatz auch weiterhin. Sie kümmert sich darüber hinaus während der Saison um die Sauberhaltung, die Müllabfuhr und anderes mehr. Bei Besuchern der Insel erfreut sich der sandige Südstrand der Insel als beliebte Bademöglichkeit (jedoch ohne Aufsicht), wobei FKK und Textilbenutzung einfach durchmischt sind.

Die höchste Erhebung auf der Insel beträgt 73 m ü. NN. Durch Funde von Steinmeißeln, einem Steinbeil, Urnenscherben und Branderde ist die frühzeitliche Nutzung archäologisch gesichert.

Zuerst gab es im 19. Jahrhundert zwischen dem Bernauer Forst und dem Seeufer ein abgelegenes Forsthaus. Dann ließ der Privatmann Wilhelm Schmidt aufgrund einer erteilten Schankerlaubnis in einer Bucht direkt am Südwestufer bis 1910 einen Gasthof (Liepnitz-Schmidt) errichten. Den Ausflüglern und Wanderern standen mietbare Angelhütten auf Stegen, ein Bootsverleih und eine Kegelbahn zur Verfügung. Ein kleines Wildgehege und eine Sonnenterrasse bildeten die Attraktionen. Das Hotel wurde von seinen Betreibern anlässlich der Besetzung durch die Sowjetische Armee 1945 verlassen, die es danach zwei Jahre zerstörerisch nutzte und 1947 schließlich in Brand steckte.

Nachdem das Backsteingebäude bis auf die Grundmauern zerstört war, und Siedler einiges brauchbare Baumaterial weggetragen hatten, wurden die Reste Anfang der 1960er Jahre zugeschüttet. Die Natur holte sich inzwischen große Flächen zurück, ein kleines Stück gepflasterte Straße gibt aufmerksamen Spaziergängern noch einen entsprechenden Hinweis.

In dieser Bucht befindet sich am gegenüberliegenden nördlichen Ufer eine Badestelle mit einem schilfgedeckten Gebäude, die den Bewohnern der nahe gelegenen Waldsiedlung, also auch wichtigen Politikern der DDR, insbesondere aber deren Kindern zur Erholung diente.

Ab 1992 wurde sie zu einem öffentlichen Waldbad umgestaltet, das für eine Besucherkapazität von 1500 Gästen ausgelegt ist. Das Gebäude wird von den Bademeistern genutzt und ist gleichzeitig Bootshaus für die ausleihbaren Kanus, Ruderboote oder Tretboote.

Eine wenig bekannte Tatsache ist die Nutzung des Liepnitzsees zur Trinkwasserversorgung der Waldsiedlung. Für die Wohnhäuser der DDR-Politiker wurde auf etwa 5 Meter Tiefe im südlichen Seebereich Wasser abgepumpt und über eine Rohrleitung mit Filtern und Schiebern (Pumpstation am Hang) bis zu der Siedlung geleitet. Nach der Wende wurde die Leitung vermutlich stillgelegt, die Bauten sind jedoch auch im Jahr 2010 noch erhalten und verschlossen.

Der bereits oben genannte Forst-, Rad- und Wanderweg auf den Höhen um den See erhielt östlich, etwa einen Kilometer von Ützdorf entfernt, im Jahr 2009 eine Schutz- und Partyhütte. Die mit einem Blockhaus-ähnlichen Dach geschützten Stehtische, Bänke und eine Feuerstelle ermöglichen Picknicks größerer Wandergruppen. Einen besonderen Hingucker bildet ein langer Baumstamm, aus dem in der oberen Hälfte eine ganze Wildschweingruppe herausgeschnitzt wurde.

In der östlichen Bucht erstreckt sich entlang zweier Straßen das Siedlungsgebiet Ützdorf, das zu Lanke gehört, welches seinerseits ein Ortsteil der Großgemeinde Wandlitz ist.Das Jägerheim und eine Jugendherberge bieten Erholungs- und Einkehrmöglichkeiten für Wanderer. Nordwestlich von Ützdorf liegt zwischen dem Forstweg und dem Liepnitzsee-Ufer eine kleine Gartenanlage, an deren Rand sich das Seechen versteckt.

Quelle: Wikipedia